Einfach mal Danke sagen …

„The Sea, once it casts its spell, holds one in its net of wonder forever.“ (Jacques-Yves Cousteau)

 

Ulli’s Diving – CCR / OC / Sidemount

Ulli’s Diving – CCR / OC / Sidemount

Dives / Expedition / Safaris

 

Source: www.ullisdiving.de

 

2 Elements

2 Elements

Professionelle Tauchausbildung in ungestörter und entspannter Atmosphäre mit Spaß und Freude für Kinder & Erwachsene.

Source: www.2-elements.com/

 

 

Action-Sport Wuppertal – action-sport-wuppertal.de

Action-Sport Wuppertal – action-sport-wuppertal.de

Seit 2002 sind wir Ihr kompetenter Partner in Wuppertal und Umgebung für Ausbildung, Ausrüstungsverkauf, Wartung und Vermittlung von Tauchreisen.

Source: www.action-sport-wuppertal.de/

aqua med

aqua med

Der Tauchernotruf aqua med bietet reise- und tauchmedizinischen Service, Absicherung bei Tauchunfällen, weltweite Beratung und Seminare.

 

 

 

Source: www.aqua-med.eu

 

blueoceandive – diving at the blue side of life

blueoceandive – diving at the blue side of life

 

 

 

blueoceandive – Sheikh Ali Dahab Resort

Source: www.blueoceandive.de/

 

DIRZONE

DIRZONE

ist seit Jahren ein führender Anbieter von Ausrüstung für technische Taucher. Wir zeichnen uns besonders durch die europäische Fertigung unserer Eigenmarke sowie deren ausführliche Tests und Weiterentwicklung aus.

Source: www.dirzone.com/

 

IDA worldwide

Home / IDA worldwide

 

 

 

Source: www.ida-worldwide.com

 

Nicolas Paulme

Nicolas Paulme

« From birth, man carries the weight of gravity on his shoulders. He is bolted to earth. But man has only to sink beneath the surface and he is free. » Jacques-Yves Cousteau

Source: www.nicolaspaulme.com

 

Sam’s Tours Dive Center Palau

Sam’s Tours Dive Center Palau

Sam’s Tours is Palau’s premier scuba diving and eco-adventure company.

Source: www.samstours.com/

 

Sea Serpent Fleet Tauchsafari – Sea Serpent Fleet

Sea Serpent Fleet Tauchsafari – Sea Serpent Fleet

Tauchsafari in Ägypten – Tauchen Sie ab in eine andere Welt und entdecken Sie die atemberaubende Schönheit des Roten Meeres von unseren luxuriösen Booten.

 

 

Source: www.seaserpentfleet.com/de/

 

Diving Holidays in Gozo, Malta

Diving Holidays in Gozo, Malta

Contact Us for Malta and Gozo Diving Holidays at standrew@gozodive.com. or call Tel : +356 2155 1301

Source: www.gozodive.com/

 

The Oasis Marsa Alam, Red Sea, Egypt, diving and relaxing

The Oasis Marsa Alam, Red Sea, Egypt, diving and relaxing

 

 

 

Source: oasis-marsaalam.com/

 

Home – Tauchbasis Kreidesee – „die Beste im Norden“

Home – Tauchbasis Kreidesee – „die Beste im Norden“

Tauchen im glasklaren Quellwasser✓Beste Tauchbasis in D, A und CH ✪ Jährlich über 30000 begeisterte Taucher! Der Erlebnispark für Taucher in Deutschland, auch geeignet für den Tauchurlaub.

Source: www.kreideseetaucher.de

 

Rebreather, Parts, Service, unique solutions

Rebreather, Parts, Service, unique solutions

TAUCHEN – Rebreather Tauchen, Teile, Zubehöhr, Tec Ausrüstung in Einzelfertigung

Source: www.tecme.de

 

Trocki Klinik

Trocki Klinik

Shop der Trockiklinik

Source: www.shop-trockiklinik.de/

 

Bergwerktauchen | Schieferbergwerk Nuttlar im Sauerland

Bergwerktauchen | Schieferbergwerk Nuttlar im Sauerland

Tauchen im Bergwerk – Schieferbergwerk Nuttlar im Sauerland direkt am Ufer der Ruhr

Source: www.bergwerktauchen.de

 

DiveMex – Höhlentauchen Mexiko – Cave Diving in Mexico

DiveMex – Höhlentauchen Mexiko – Cave Diving in Mexico

Höhlentauchen Mexiko – Cave Diving in Mexico

Source: www.höhlentauchenmexiko.de

 

DiveMex – Scuba diving Riviera Maya – Diving with friends

DiveMex – Scuba diving Riviera Maya – Diving with friends

Scuba diving Riviera Maya – Diving with friends

Source: divemex.net

 

u.v.m.

InterDive Frankfurt 2020 vs. Boot 2020

Es spricht natürlich nichts dagegen, eine neue Messe, rund um das Tauchen und Reisen ins Leben zu rufen, was wir allerdings nicht nachvollziehen können ist, dass diese Messe zeitgleich zur Boot geplant wurde. Die InterDive in Frankfurt findet vom 15.01. bis 19.01.2020, Messe Frankfurt, Halle 11.1 statt. Damit ergibt sich eine Überschneidung mit dem Start der Boot 2020 in Düsseldorf vom 18.01. bis zum 26.01.2020, die neuerdings mit einer größere Präsentationsfläche für die Tauchbranche in den Hallen 11 und 12 geplant ist.

In dieser Überschneidung der beiden Messen sehen Vera und ich nur Nachteile. Wir bedauern es sehr, dass sich viele, vor allem kleine Aussteller für eine der beiden Veranstaltungen entscheiden müssen. Leider fällt dadurch ein lieb gewordener Tummelplatz weg, an dem sich viele Freunde und Bekannte seit Jahren regelmäßig treffen konnten. Es verschwindet eine Plattform um Neuigkeiten auszutauschen, gemeinsam Reisen zu planen oder einfach nur ein Bier zusammen mit vielen Freunden zu trinken und zu klönen. Sehr schade, denn die Boot war bisher auch immer ein Synonym für „socialising“ .

Mit dem Startdatum der Interdive am 15.01.2020 wird einigen Ausstellern, die zuvor auf dem Salon de la Plongée vom 10.01. bis 13.01.2020 in Paris ihren Messestand aufgebaut haben, kaum Zeit bleiben rechtzeitig nach Frankfurt umzuziehen.

Der für die InterDive gewählte Standort Frankfurt mag aufgrund der Erreichbar für ein internationales Publikum von Vorteil sein, bedeutet aber für das riesige Einzugsgebiet Ruhrgebiet und Köln, den Westen und Norden Deutschlands, sowie für Holland eine deutlich längere Anreise und eventuell zusätzlich anfallende Übernachtungskosten.

Die Boot ist zudem eine seit 50 Jahren etablierte Messe mit einem sehr großen Bekanntheitsgrad, einem riesigen Werbebudget und vielen Berichten in Rundfunk, TV und Presse. Plakate hängen bei uns an jeder Ecke.

Vera und ich haben uns deshalb definitiv entschieden, dass wir zusammen auf der Boot 2020 arbeiten werden. Dabei spielt auch die kurze Anreise von Dortmund nach Düsseldorf eine Rolle. Frankfurt würde für uns bedeuten, dass wir eine Anreise von mindestens 2.5 Stunden, sowie überteuerte Hotelzimmer während der Messe in Kauf nehmen müssten.

Beste Grüße und bis zur Boot 2020,
Micha & Vera

Decompression Controversies

DECOMPRESSION CONTROVERSIES:
Recent research suggests that ZHL-C + GF 40/70 might be a safer decompression model than the VPM-B.

Inhalt nicht verfügbar!.
Bitte erlauben Sie "Coockies" und klicken auf "Bitte Bestätigen!"

 

 

 

Untertage in Mexiko

Nachdem wir die Tiefe mit Trimix erkundet hatten zog uns die Welt der Höhlensysteme magische an. Nach einem Cavern Kurs im Schieferbergwerk von Nuttlar sollte im März 2019 das Abenteuer Höhlentauchen in Mexiko losgehen. Auf der Boot 2019 lernten wir Dirk Zimmermann und sein Team von DiveMex kennen. Nach einer ausführlichen Vorstellungsrunde war für Vera und mich klar, dass wir unsere technische Tauchausbildung bei DiveMex in Play del Carmen fortsetzen wollten. Neben der professionellen und sachkundigen Beratung mit einem umfangreichen Ausblick auf das, was uns im Kurs erwarten würde, stimmte einfach auch die Chemie zwischen uns. Daraufhin buchten wir direkt mit Eurowings Nonstop Flüge von Düsseldorf nach Cancun. Das direkt am Strand gelegenen Hotel Mimi del Mar buchte DiveMex für uns. Das feine kleine Hotel liegt fussläufig nur knapp 5 min von DiveMex entfernt, so dass wir morgens nach dem Frühstück bequem zur Basis schlendern konnten.

Der erste Tag unseres Kurses diente zum Eintauchen und Ausrüstungscheck in der wunderschönen Cenote Tajma Ha. Nach den beiden Cavern Tauchgängen dort fühlten wir uns bereit für den Full Cave Kurs. Am nächsten Tag konnte unsere Höhlentauchausbildung mit Dirk also beginnen. Der morgendliche Theorieteil in der Tauchschule bestand am ersten Tag in einer Übersicht über die Grundzüge der Höhlentauchausbildung. Im Laufe des Kurses kamen Themen wie Höhlenschutz, Rechte des Grundbesitzers, Unfallanalyse, Ausrüstung, Tauchgangsplanung, Gasmanagement, komplexe Navigation, Kommunikation, Stress-Management, Notfallprozeduren, Geologie der Höhlenbildung, Gefahren des Overhead Environments und Redundanz hinzu.

Der Kurs begann morgens in der Basis jeweils mit detaillierten Videoanalysen unserer Skills und Übungstauchgängen des Vortages. Die Videoanalysen zeigten uns sehr drastisch aber auch präzise unserer Verbesserungspotential auf. Wir wussten danach genau woran es im weiteren Verlauf des Tages konzentriert und nachdrücklich zu arbeiten galt. Diese Videoanalysen waren didaktisch ebenso hilfreich wie die Aufteilung der Übungen in zeitlich begrenzte Unterrichtseinheiten mit einer ausführlichen und gründlichen Nachbesprechung jeweils im Anschluss.

Der Kurs startete dann nicht im Wasser, sondern mit Leinenübungen an Land (Leine verlegen, Markierung der Leine, Folgen der Leine, Folgen der Leine in OOG, Reparieren der Leine etc.), die wir später im Wasser korrekt umsetzten mussten. Dirk legte bei sämtlichen Drills, Notfallprozeduren und Flossentechniken sehr großen Wert auf Präzision. Präzision wird vor allem durch ständige Wiederholung erreicht. Ein S-Drill gehörte beispielsweise ebenso wie ein Valve-Drill zu jedem Tauchgang. Wir übten alle Skills so lange, bis wir diese flüssig und genau ausführen konnten. Jeden Tag kam etwas mehr hinzu. „Taskloading“ war das Stichwort.

Dirk machte uns klar, die große Herausforderung bei einer Höhlentauchausbildung ist, dass man sich bei jedem Tauchgang und bei jeder Übung mit dem Ernstfall, dem „Worst-Case-Scenarios“ auseinandersetzten muss. Das heisst, ständig zu 100% konzentriert sein. Jede Entscheidung ist lebenswichtig, jeder Handgriff muss sitzen, jedes Problem muss in der Höhle gelöst werden. Sein wichtigstes Ausbildungsziel sei es, das Erlernte im Notfall jederzeit abrufen zu können um jedes Hindernis zu überwinden und möglichst ruhig aus der der Höhle heraustauchen zu können. Viele kleine Probleme können sich zu einem größeren Problem zusammenfügen. Es ist daher wichtig zu erkennen, wann man überfordert ist und ob und wann man einen Tauchgang abbrechen muss, bevor er gefährlich wird.

Nach neun Tagen intensiver Ausbildung mit unzähligen Pre Dive Sequences, Drills und Notfallprozeduren (Nullsicht, Out of Gas in Nullsicht, Single Touch Contact, Lichtausfall, Verhängen in der Leine, Gasverlust, Lost Line, Lost Diver etc.) in vielen unterschiedlichen Höhlensystemen waren Vera und ich dann soweit, dass wir den Full Cave Diver Kurs mit einer theoretischen Prüfung erfolgreich abschliessen konnten.

Vera und ich haben bei Dirk Zimmermann die beste Höhlentauchausbildung, die wir uns hätten wünschen können, gemeistert. Dirk hat uns auf alle möglichen Szenarien bestens vorbereitet. Seine Lehrmethoden waren stets einprägsam und effektiv. Ein besonderer Dank gilt neben dem gesamten Team von DiveMex vor allem Hanna Bremme, die uns als Instruktorin ebenfalls sehr geduldig und kompetent während des Kurses unterstützt und begleitet hat.

Vielen Dank für die tolle Ausbildung! Wir kommen wieder nach Mexiko um mit Euch zu neuen Abenteuern aufzubrechen.

Mexiko 2019

© 2019 Dr. Vera Wittenberg

Literatur Empfehlungen

Basic Cave Diving: A Blueprint for Survival (Englisch)

Caverns Measureless to Man (Englisch)

Diving Gozo & Comino

Diving Gozo & Comino: The Essential Guide to an Underwater Playground: Amazon.de: Richard Salter: Fremdsprachige Bücher

Diving Gozo & Comino: The Essential Guide to an Underwater Playground: Amazon.de: Richard Salter: Fremdsprachige Bücher

Diving Gozo & Comino: The Essential Guide to an Underwater Playground | Richard Salter | ISBN: 9781909455160

 

Deco for Divers

Deco for Divers: A Diver’s Guide to Decompression Theory and Physiology 2nd Edition: Amazon.de: Mark Powell: Fremdsprachige Bücher

Deco for Divers: A Diver’s Guide to Decompression Theory and Physiology 2nd Edition: Amazon.de: Mark Powell: Fremdsprachige Bücher

Deco for Divers: A Diver’s Guide to Decompression Theory and Physiology (2nd Edition) | Mark Powell | ISBN: 9781905492299

Inselparadies – gefunden!

Nächster Flughafen, nächste Blumenkette. Ich trage noch immer die Blumenkrone, die ich auf Rangiroa bekommen habe. Camille, Mädchen für Alles in unserer kleinen Pension auf Tikehau, hat eine Statur wie ein Hafenarbeiter und ein herzerwärmendes Lächeln. Sie bewundert meinen Blumenkranz, und sagt, dass ich nur noch einen Pareo brauche, dann könnte ich heute Abend tanzen. „Aber nur mit dir zusammen!“, sage ich. Sie grinst. „Ich kann nicht. Ich muss doch die Ukulele spielen!“. Als nächstes erklärt sie uns, dass die Pension nur mit dem Boot erreicht werden kann. Außer, wenn die See zu rauh ist, so wie heute. „Und was machen wir jetzt?“, frage ich. Noch ein spitzbübisches Lächeln. „Seid ihr schon mal mit einem Bagger gefahren?“

Unsere Pension liegt nicht weit entfernt vom Flughafen auf einem Motu. Allerdings muss man zwei Kanäle überqueren, wenn man es ‚auf dem Landweg‘ erreichen möchte. Brücken – Fehlanzeige! Unser Gepäck kommt in die Baggerschaufel, wir drappieren uns zusammen mit den zwei anderen Neuankömmlingen halb sitzend, halb stehend um Camille herum im Führerhaus des Gefährts. Endlich haben wir eine Insel gefunden, wo die Straßen noch schlechter sind als auf Gozo! Nach zwanzig Minuten mit fünf Stundenkilometern sind wir ordentlich durchgeschüttelt und sehen zwischen den Palmen eine Gruppe von schnuckeligen Bungalows auf Stelzen. Auf einem freien Platz zwischen den Häusern stehen Hibiskus- und Bougainvillen-Büsche. Und unsere Gastgeber Monique und Jean Claude, beide in den Siebzigern, mit Ukulelen und Kokosnüssen mit Strohhalm bewaffnet. Sie zeigen uns die Anlage und unseren Strandbungalow, der an der Lagunenseite liegt. Wir möchten an dieser Stelle unsere Meinung revidieren: das Ende der Welt liegt nicht auf Fakarava. Nein, es ist genau hier!

Wenn wir bisher im Reiseführer von Stränden mit rosafarbenem Sand gelesen haben, zu denen man Ausflüge unternehmen kann, so liegt er uns jetzt direkt zu Füßen. Problemlos kann ich mir vorstellen, dass die Wahrnehmung eines begabten Postimpressionisten mit Hilfe von etwas Neurosyphillis und Absinth dem Ganzen durchaus in eine satte Pinkfärbung verpassen konnte. Auch wenn Gaugin seine Bakterien eher unter den Inselschönheiten der weiter nördlich gelegenen Inselgruppe der Marquesas verbreitet haben wird, wo er seine letzten Jahre verbrachte und wo sich auch sein Grab befindet.

Der Gemeinschaftsraum unserer Anlage hat eine überdachte Terrasse und eine Marquise, die aus mehreren Pareos zusammengestückelt ist. Mit mehrfarbigen Lichterketten und Bambusmatten ergibt sich der Eindruck eines Siebzigerjahre-Partykellers, der hier, direkt am ruhigen Kanal unseres Motus gelegen, aber irgendwie einen stimmigeren Eindruck macht als in Gelsenkirchen-Buer. Und es hat etwas unheimlich entspannendes, beim Essen den unter uns im kristallklaren Wasser kreisenden Meereschen und Schwarzspitzenriffhaien zuzusehen. Bis zu achtzehn Stück auf einmal zählen wir – und natürlich erhalten sie auch einen Namen. Schnell steht fest, dass ein Hai nur Hainz heißen kann. Der Anführer der Gang weist eine fleckige Färbung am Kopf auf. Ich vermute, dass es sich um die Einkreuzung eines Tigerhais handelt, aber Micha besteht darauf, dass der Chef natürlich tätowiert ist. Und Karl-Hainz heißt. Aber seine Kumpels nennen ihn nur Tattoo-Karl.

Das Abendessen ist vorzüglich, es gibt Languste mit hausgemachter Mayonnaise und Sashimi, das vor Frische fast vom Teller springt. Wenn man rohen Fisch essen will, dann wirklich hier. Hainz sieht das genau so, auch wenn er nicht grundsätzlich darauf besteht, den Thunfisch-Tartar à la Tahitienne mit fein gehackten Zwiebeln und Tomaten zu mischen und in Zitronensaft und Kokosmilch zu marinieren. Gegen die Küchenabfälle von den Langustenresten hat er nicht das geringste einzuwenden.

Nach dem Abendessen folgt das Unterhaltungsprogramm. Camille, die eben noch mit in der Küche gestanden hat, greift nun tatsächlich zusammen mit Jean Claude, Gérard, dem Koch und Gärtner sowie Roland, einem örtlichen Musiker aus dem Dorf, zur Ukulele. Gemeinsam spielen und performen sie ein Potpourri aus polynesischen und französischen Weisen, wobei diese durch die Ukulelen-Untermalung nicht immer sofort auseinander zu halten sind. Jeder der vorbei kommt, greift sich ein Instrument und macht mit, singt oder schlägt zwei Löffel aufeinander, egal ob Koch, Kellnerin oder Barfrau. Rose und Estelle, die weiblichen Angestellten,  tanzen zwischendurch immer wieder den Tamure, den traditionellen polynesischen Tanz, der auch bei Kleidergröße XXL umwerfend aussieht. Nur Camille hält sich eisern an ihrem Instrument fest. „Auf so einer kleinen Insel hat jeder mehrere Aufgaben“, erklärt uns Monique, „sonst funktioniert das nicht.“

Monique und Jean Claude kennen sich seit 52 Jahren, 44 davon sind sie jetzt verheiratet. Bis zur Rente haben sie auf Tahiti gelebt, danach fingen sie an, sich die Inseln anzuschauen. „Vorher war keine Zeit, wir mussten ja beide viel arbeiten.“ Tikehau war dann Liebe auf den ersten Blick. Zurück auf Tahiti bekamen sie per Zufall das Angebot, im Süden von Tikehau ein Motu zu kaufen. Ohne Strom, ohne Wasserversorgung, ohne Straßen. Nachdem sie sich das Inselchen angesehen haben, stand für sie fest, dass sie hier ihren Traum leben wollten. Drei Jahre lang rodeten sie Kokospalmen, installierten eine elektrische Versorgung aus Solar- und Windkraft und legten Zisternen an, um Regenwasser zu sammeln. Als ihre Arbeit soweit fortgeschritten war, dass sie es sich gut gehen lassen konnten, kamen Freunde zu Besuch. Erst nur wenige, dann immer mehr. Plötzlich wurde die Planung der vielen Besuche immer aufwendiger, und die Gastfreundschaft ging ins Geld. Da beschlossen sie, ein Gewerbe daraus zu machen. Sie errichteten weitere Bungalows und hießen nun auch zahlende Gäste willkommen. „Glaub mir“, sagt sie, „wenn man älter wird und nicht mehr arbeiten muss, ist es wichtig, eine Aufgabe zuhaben. Das hält jung!“ Manchmal fühle sie sich noch nicht mal halb so alt, berichtet sie uns. Und wenn man sie mir Jean Claude verliebt Händchen halten sieht, glaubt man ihr jedes Wort. „Eine Pension war perfekt für uns“, fährt sie fort. „Ich habe früher auch in der Tourismusbranche gearbeitet, daher kannte ich mich bereits mit dem Verwaltungskram aus. Und mein Mann war im Baugewerbe.“ Und wenn keine Gäste da sind, dann haben sie ihr Paradies wieder ganz für sich. „Letzte Woche hatten wir ein paar Tage niemanden hier. Die Wellen waren wild, so wie jetzt“, erinnert sich Monique. „Da haben wir uns kurz angeschaut, und uns die Surfboards von unseren Enkeln geschnappt. Das hat so viel Spaß gemacht, wir haben uns gefühlt wie zwanzig. Hinterher haben wir erst einmal unsere Arme und Beine untersucht, ob alles heil geblieben ist“, grinst sie. Da hätte ja wer weiß was passieren können!“ Ihre Freunde hielten sie für verrückt, aber eine Wiederholung sei nicht ausgeschlossen, bekennt die Rentnerin.

© 2015 Vera Wittenberg

Pippi in Takatukaland

Seit Tagen schifft es. Uns treffen die Ausläufer des Zyklons Pam, der gerade 7000 km von hier Vanuatu verwüstet hat. Zum Glück ist der Pazifik ja groß, so dass wir hier nur etwas Wetter zu spüren kriegen. „Fast wie am Sorpesee“, sagt Andreas. Der Dachdecker und seine Frau Conny kommen aus Balve im Sauerland und haben 40 Stunden Anreise auf sich genommen, um nun seit 72 Stunden den Dauerregen im Paradies zu genießen. Der ist aber erstens deutlich wärmer als Zuhause. Und zweitens hat er erst angefangen, als diese Sauerländer hier aufgekreuzt sind, so dass die Schuldfrage schnell geklärt ist. „In der Sorpe gibt es aber weniger Haie“, gibt Micha zu bedenken. „Weiß man nicht“, kommt prompt die Antwort zurück. „Die Sicht ist da so Scheiße, da kann ja alles Mögliche drin sein!“. Na, so gesehen…

Fest steht – bei dem Sauwetter wagt sich kein Einsiedlerkrebs vor die Tür seines Schneckenhauses. Und auch uns fällt es schwer, die Motivation aufzubringen, die zwanzig Meter durch den Palmenhain zum Haupthaus zu laufen. Trotz Regenponchos von der Rezeption und unserer süßen Kellnerin Melody, die heute zu dem üblichen Lächeln einen Blumenkranz im Haar trägt. Als ich ihr erzähle, wie hübsch ich das finde, winkt sie mich heran, und wir gehen zusammen zum Kühlschrank. Hier, zwischen Butterpäckchen und Orangensaft, liegt ein weiterer Blumenkranz aus weißen Bougainvillen und würzig riechenden Blättern. Den setzt sie mir auf, damit ich von uns beiden ein Selfie machen kann. Anschließend besteht sie darauf, dass ich ihn behalte. Ich bin Südseeprinzessin für einen Tag!

Und wieder fällt es uns so schwer, abzureisen. Neben unseren Tauchsachen packen wir viele schöne Erinnerungen ein, und machen uns per Flieger auf den Weg zu dem nur zwanzig Kilometer entfernten Atoll Tikehau, hoffentlich besserem Wetter und weiteren Abenteuern. Melody und ihre Kollegin drücken uns zum Abschied Küsschen auf die Wangen, was sie ‚Nana‘ nennen. Und Alexy legt uns unsere Muschelkette um den Hals, und wünscht uns weiterhin einen tollen Urlaub und viele aufregende Tauchgänge. „Vielleicht“, so sage ich, „sehen wir uns ja mal wieder. Über oder unter Wasser.“ Und wir versprechen, nachbihm Ausschau zu halten, denn wie wir wissen, ist die Taucherwelt zwar rund und die Ozeane bergen ja wie der Weltraum unendliche Weiten, aber irgendwie kennt dann ja doch wieder jeder jeden, und es wäre nicht der erste, den wir plötzlich zufällig irgendwo treffen.

© 2013 Vera Wittenberg

Eine Reise in den Süden

„Hey Scoobidoo und Michael Jackson! Ihr wolltet doch mal die Südpassage tauchen – ich habe da eine Idee!“, begrüßt uns Irène aufgeregt. Morgen ist bereits unser letzter Tauchtag auf Fakarava, und eine Tour in den Süden dauert mit dem Speedboat fast zwei Stunden. Daher wird sie nur für Gruppen ab fünf Leuten angeboten, sonst rechnet sich die Tour für die Basis nicht. Wir hatten deshalb die Hoffnung, die Passage von Tetamanu mit eigenen Augen zu bestaunen, schon fast aufgegeben. „Morgen müssen wir ein Boot in den Süden überführen und jemanden abholen. Da könnt ihr doch mitfahren!“ Einziger Wehrmutstropfen: „Achtet auf Sonnenschutz! Das Boot mit dem ihr unterwegs seid, hat kein Dach!“ Am nächsten Morgen werden wir um viertel vor sieben von unserer ehemaligen Perlenfarm abgeholt. Ausgestattet mit Basecaps und Tüchern gegen die Sonne sehen wir eher aus wie etwas zu bunt geratene Beduinen. Maud, unsere Tauchführerin vom Vortag, steckt uns noch einen Sunblocker zu, um unsere europäischen Bleichgesichter-Nasen zu schützen. Aber Irène lässt uns noch nicht ziehen: „Sicher habt ihr noch nichts gegessen, weil es noch so früh ist. Setzt euch!“ Widerstand ist zwecklos. Auch die Beteuerung, dass die Havaiki Lodge gar kein Problem damit hatte, uns eine halbe Stunde vor der Zeit zum Frühstücksbuffet zu lassen, rettet uns nicht vor Irènes Mutterinstinkt. Auf dem Tisch in der Tauchbasis stehen Thermoskannen mit Kaffee, Saft, Obst, Kekse und frische Croissants, ohne die sie uns nicht fahren lässt. Eine Viertelstunde später macht das Speedboat bei spiegelglattem Wasser seinem Namen alle Ehre und nimmt ordentlich Speed auf. Wir schaffen die Strecke zum südlichsten Punkt der Lagune in nicht mal eineinhalb Stunden und verblasen dabei locker achtzig Liter Sprit. Die Zeit vom Zwangsfrühstück holen wir locker wieder raus!

Der Süden des Atolls kommt uns vor wie das Ende der Welt. Neben einer Pension, malerisch gelegen auf einer Landzunge direkt am und im Wasser und einer Dependance unserer Tauchbasis in Form einer Baracke mit Kochnische gibt es allerdings sogar ein Dorf dort. Jedoch ist nichts auf dem Landweg erreichbar. Das kleine Dorf Tetamanu hat trotzdem eine echte Sehenswürdigkeit zu bieten. Nämlich eine winzige Kirche aus Korallengestein. Diese Kirche aus dem frühen 19. Jahrhundert ist das erste christliche Bauwerk in Französisch Polynesien. Im Süden Fakaravas landeten 1797 die ersten Missionare, und die Christianisierung der Inseln nahm hier ihren Anfang. Heute sind die Hälfte der Einwohner evangelisch, weitere dreißig Prozent katholisch. Aber erstens sind wir nicht zum Sightseeing hier. Uns interessieren ja eher die Sehenswürdigkeiten unter Wasser. Und zweitens bedeckt mein 5 mm Neoprenanzug zwar sittsam Knie und Schultern, trotzdem fühle ich mich darin für einen Kirchenbesuch nicht angemessen gekleidet.

Erwan, Bretone und damit legitimer Nachfahre von Asterix und Obelix, ist der Leiter der Tauchbasis. Seine Mitarbeiter haben den drahtigen Mann für fünf Tage ins Exil nach Tetamanu geschickt – sicherlich für den einen oder anderen Leser eine interessante Option, sich seinen Chef eine Weile vom Leib zu halten. In der Mittagspause erzählt er uns seine Geschichte. Nachdem er bereits viele Jahre in Französisch Polynesien gelebt hat, wagte er die Rückkehr. Wollte Frankreich und einem geordneten Leben noch einmal eine Chance geben. Er kaufte ein kleines Hotel in Nizza und führte es sieben Jahre lang – bevor er es vor lauter Sehnsucht nicht mehr aushielt und er zurück in die Südsee wollte. Er verkaufte das Hotel, verließ seine Freundin, und folgte dem Ruf. Und jeden Tag, wenn er seinen Kopf unter die Wasseroberfläche steckt, weiß er wieder, warum.

Die Südpassage von Fakarava ist eine der wenigen Passagen, die man sowohl bei einlaufendem als auch bei auslaufendem Wasser betauchen kann. „Die Stömung ist hier nicht ganz so stark, und sie drückt auch nicht nach unten“, erklärt uns Erwan. Wir haben Glück: da die Gezeiten wechseln, können wir den ersten Tauchgang bei auslaufender Strömung, den zweiten dann bei Einwärtsströmung machen. Das auslaufende Wasser reißt viele Schwebestoffe aus der Lagune mit, so dass die Sicht normalerweise schlechter ist. „Dafür haben wir dann mehr Haie!“, freut sich unser Guide. Und tatsächlich wimmelt das Wasser nur so vor dreieckigen Rückenflossen. Auch diesmal ist wieder ein kapitaler Zitronenhai zwischen der nicht enden wollenden Schar von Schwarzspitzen- und Grauhaien. Besonders beeindruckend: wenn sie plötzlich bei trübem Wasser aus dem Nichts vor dir erscheinen. Auch wenn wir bisher genug Erfahrung mit diesen Tieren haben um zu wissen, dass wir nicht auf ihrer Speisekarte stehen, erhöht der Dunstschleier im Wasser den Thrill-Faktor noch einmal ungemein.

Die Oberflächenpause verbringen wir in einer kleinen Bucht direkt am Anlegesteg des Dorfes Tetamanu, die Erwan seinen ‚Swimming Pool‘ nennt. Tiefe und Temperatur erinnert eher an ein Nichtschwimmerbecken, allerdings ist das Wasser deutlich klarer. Und so kann man gut erkennen, was sich neben uns sonst noch in der Bucht tummelt. Dabei könnte man den fast eineinhalb Meter großen Napoleon auf Kuschelkurs selbst im trübsten Tümpel nicht übersehen, denn er ragt gut zu einem Drittel aus dem Wasser. Seine Familienmitglieder sind alle etwas kleiner geraten, aber ebenfalls fast handzahm. Dazwischen tummeln sich neben Flöten- und anderen Rifffischen gut acht bis zehn kleine Schwarzspitzenriffhaie. Verrückt – hier sieht man bei der Oberflächenpause mehr Haie als anderswo während des Tauchgangs!

Der nächste Sprung ins Wasser soll unser letzter auf Fakarava sein. Hat irgendwer behauptet, die Strömung sei hier im Süden nicht so stark? Dafür peitscht sie uns aber recht ordentlich durch den Kanal. Und mit uns ist wieder eine unglaubliche Anzahl von Haien auf dem Weg ins Innere der Lagune. Was für ein unvergesslicher Anblick! Mit stahlenden Gesichtern klettern wir zurück ins Boot und treten den Rückweg an. Am  Kai erwarten uns Irène und Maud: „Wie war’s?!?“ Unsere Gesichter sprechen Bände! Und mit jeder Menge francophiler Wangenküsschen verabschieden wir uns von dieser liebenswerten Mannschaft unserer ersten ‚Tauchstation‘. Jeden einzelnen haben wir ins Herz geschlossen!

PS: Für unseren Tagesausflug hat uns Irène nicht einen Centime zusätzlich berechnet. „Wir mussten doch sowieso in den Süden fahren“, sagt sie. Und freut sich, dass wir so viel Spaß hatten. Wie man sieht, sind diese ganz besonderen Inseln vom Rest der Welt unglaublich weit entfernt.

© 2013 Vera Wittenberg

Fine des Claires

Auf Fakarava angekommen, erhalten wir bereits am Flughafen von fröhlichen jungen Menschen unsere obligatorischen Blumenketten. Trotz 40 Stunden Anreise fällt es schwer, sich bei strahlend blauem Himmel und dreißig Grad von der guten Laune nicht anstecken zu lassen. Unsere Koffer werden von den Regalen, die hier anstelle von Gepäckbändern eingesetzt werden, auf einen Pick up verladen, wir selbst nehmen in einem lustigen Gefährt aus Holz statt, mit dem man im Sauerland Vatertagsausflüge unternehmen würde. Bierfässer: Fehlanzeige. Stattdessen kommen mit uns zwei bereits vorgebräunte Schweizer an, ebenfalls mit Tauchgepäck, ein deutsches Paar mit Ossi-Akzent und eine siebenköpfige Polynesierfamilie.

Unsere Pension, das Havaiki Lodge, liegt mit dem Sambawagen zehn Minuten vom Flughafen entfernt und ist eine ehemalige Perlenfarm. Was der westlichen Welt der dot.com-Crash und die Bankenkrise, war in Französisch Polynesien der Verfall des Perlenpreises durch chinesische Billigproduktion, die dazu führte, dass nur noch die großen Perlenfarmen kostendeckend produzieren konnten. Durch Hinzufügen von sechs bis acht Beach Bungalows zur vorhandenen spärlichen Infrastruktur wurde aus der Anlage am Rand der „Hauptstadt“ Rotoava eine annehmbare Unterkunft mit einem kleinen, aber feinen Restaurant. In Empfang genommen werden wir von Claire, einer weißblonden, zierlichen Lichtgestalt, die über das Anwesen schwebt, ohne den Sand zu berühren. Sie sieht so aus, als habe sie vor der Übernahme der Lodge als Elbenprinzessin gearbeitet, auch wenn Micha meint, ‚Claire‘ klinge eher nach französischem Hardcore Porno. Ich kann mir hingegen nicht vorstellen, dass das Geschöpf, von uns Neuankömmlingen im weiteren nur ‚Arielle‘ genannt, jemals laute Geräusche von sich gegeben geschweige denn in besoffenem Kopf im Dunkeln gegen einen Mülleimer gelaufen ist. Unser Zimmer befindet sich kurz hinter dem Restaurant in einem Haus auf Stelzen, von dem aus man einen schönen Blick auf die Lagune hat und durch das ständig eine leichte Brise zieht. Peter und Beatrix, die Ossis, wohnen direkt nebenan. Sanny und Peter aus der Schweiz haben sich einen Beach Bungalow gegönnt. Die Polynesischen Großfamilie zieht direkt gegenüber von uns ein und spielt den Rest des Abends Ukulele, während wir Europäer unsere Kulturelle Überlegenheit dadurch dokumentieren, dass wir die Erzeugnisse der örtlichen Braukunst in Form von im Supermarkt erstandenen Dosenbier im Sonnenuntergang degustieren.

Das Hinano kommt in fröhlichen blauen Dosen mit einem in rot gekleideten Blumenmädchen daher und ist mild im Abgang, der Sonnenuntergang sieht aus wie auf einer Postkarte und taucht Himmel, Lagune und Strand in Pink- und Orangetöne. Lange genießen können wir ihn nicht, denn, wie man im Ruhrgebiet sagt: wir essen zeitig. Und wir erfahren, dass man aus Austern noch mehr machen kann als nur Perlen. Das marinierte Muskelfleisch der Perlenmuscheln heißt Kikiri, schmeckt wie Jacobsmuschel und ist, wen wundert es, eine örtliche Spezialität. Der Jetlag sorgt schließlich dafür, dass uns beim Essen noch vor dem Nachtisch der Kopf in die Butter fällt und um halb neun Ortszeit, das wäre zuhause um halb acht am folgenden Morgen, die Lichter aus sind.

© 2013 Vera Wittenberg