Ein paar hundert Kilometer…

„Ich will nicht nach Vietnam! Vietnam ist schrecklich!“ quengelt es im Taxi vom Platz direkt neben mir. Was selbstverständlich nicht der Ausdruck einer tiefen Abneigung gegen unser nächstes Etappenziel ist. Sondern eine Liebeserklärung an das Land, welches wir gerade im Begriff sind zu verlassen. „Laos hat kein Meer“, versuche ich die Wogen zu glätten. „Da kann man nicht Tauchen.“ – „Mir egal. Ich will hier bleiben!“ Hm. An dem Punkt gehen mir die Argumente aus. Aber es hilft alles nichts. ‚Unser‘ Taxifahrer lädt uns erbarmungslos an dem wahrscheinlich kleinsten internationalen Flughafen der Welt aus, und eineinhalb Stunden später sitzen wir in der zweimotorigen Propellermaschine von Air Laos.

Auch auf dem Weiterflug von Saigon nach Nha Trang hellt sich die Stimmung nicht wirklich auf, und so ist es nur passend, dass es bei der Landung regnet. Da das hoteleigene Tauchcenter erst ab Mittags besetzt ist, und die Tauchfahrten nur morgens angeboten werden, bleibt ein ganzer, wundervoller Tag, die süßen Freuden des Luxusbunkers zu genießen, den ich für uns gebucht habe. Denkste. Erst NICHT Laos, und dann NOCH NICHT EINMAL Tauchen? So sieht die traurige Realität doch aus. Ich bitte energisch darum, Beschwerden zu sammeln, auf einen Zettel zu schreiben und diesen der Reiseleitung ganz am Ende in das Feedback-Kästchen zu werfen. Weil sonst die Reiseleitung nämlich auch schlechte Laune bekommt. Und damit ist dann niemandem geholfen.

Um es kurz zu machen: das Hotel ist toll. Kleine Bungalows verstecken sich in einem üppigen Garten, der jeden morgen genau so sorgfältig geharkt wird wie der Privatstrand. An jeder Seite der Anlage befindet sich ein Pool und ein Restaurant, von denen das eine eher westlich, das andere schwerpunktmäßig vietnamesisch ausgerichtet ist. Weder der Bungalow (Badezimmer mit ‚wow‘-Effekt, zweimal täglich Zimmerreinigung, abends mit ‚Betthupferl‘) noch das Frühstücksbüffet (asiatisch und westlich, allein vierzehn verschiedene Säfte und Shakes, alle erdenklichen Obstsorten am Start!) lassen irgendwelche Wünsche offen. Nur schade, dass ich vor lauter Tauchen kaum Gelegenheit haben werde, das Spa mit diversen Wellness-Angeboten auszuprobieren. Aber da es NICHT LAOS ist, bin ich meinem charmanten Begleiter den Liebesdienst, ihn zum Tauchen zu begleiten, wohl schuldig…

© 2013 Vera Wittenberg

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